Infinite Dreams

 

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     Herr Roissy sucht das Glück ...






Die Sanduhr

Manchmal rennt die Zeit einfach so dahin … in einem unbestimmbaren Tempo … sie vergeht - mal langsam, mal schnell… Es scheint so unendlich viel von ihr zu geben, und doch … ihr wirklicher Wert scheint kaum messbar: Zeit verändert, lässt vergessen und manchmal gibt sie uns die Hoffnung, die wir zum täglichen Überleben brauchen. Die Zeit heilt alle Wunden – sagt man! Den richtigen Umgang mit der Zeit zu beherrschen, gibt uns häufig das Gefühl, in Sicherheit zu sein … aber dieses Gefühl – kann auch täuschen!

Sie hat alles so gemacht, wie er es ihr aufgetragen hat. Sie trägt die schwarze Corsage, die ihre Hüften so schön betont und ihre kleinen Brüste zu einem üppigen Altar nach oben schiebt. Sie trägt die halterlosen Strümpfe mit der kunstvoll verarbeiteten Spitze, von der sie weiß, dass er sie mag und die er – so hofft sie - sicher sanft mit seinen Fingern streicheln wird, wenn noch Zeit dafür ist. Sie selbst hat sich viel Zeit genommen: hat ihre Scham frisch rasiert und dabei intensiv an ihn gedacht. Sie hat gemerkt, wie sie dabei ganz feucht geworden ist und dann – sind ihr die Tränen gekommen.

Er ist nicht bei ihr. Er ist selten bei ihr! Manchmal sieht er aus dem Fenster und muss an sie denken. Es ist besser, wenn er sie nicht allzu oft sieht und nicht zu lange, denn sie könnte ihm gefährlich werden. Gefühle sind ein zweischneidiges Schwert – sie bereiten ebenso Angst, wie Lust. Manchmal ist er hin- und her gerissen zwischen seinen Gefühlen. Manchmal kommt er an den Punkt, dass er sie nicht wieder sehen will – aber das kann er dann doch nicht. Es hat eine ganze Weile gedauert, aber schließlich haben sie einen Weg gefunden: seinen Weg! Und dennoch – sie könnte ihm gefährlich werden, wenn er sich in sie verliebt!

Das Zimmer ist vom Schein vieler Kerzen hell erleuchtet. Sie kniet auf dem Boden, den Blick gesenkt. Er wird gleich da sein – er ist immer pünktlich. Neben dem Bett liegen verschiedene Gerten, Flogger, Paddle und Rohrstock. Die Fesseln aus Leder mit den verchromten Ringen, die sie zusammen gekauft haben, sind formschön drapiert. Daneben die Klammern, unter denen sie alles vergisst. Was wird er heute wohl benutzen? Er wird sie benutzen, dessen ist sie sich sicher – alles andere ist offen … wie immer!
Heute hat sie noch eine Überraschung für ihn, denn sie trägt bereits den Stahlplug in ihrem Po. Das spart Zeit und bringt sie so schön in Stimmung. Das Halsband hat sie nicht angelegt. Sie hält es in ihren Händen - erwartungsvoll, als sie hört, wie ein Schlüssel in das Schloss der Wohnungstür gesteckt wird und sie sich dann langsam – leicht knarrend – öffnet.

Die Wohnung ist auf den ersten Blick dunkel und warm. Er sieht das Licht, den flackernden Kerzenschein in ihrem „Spielzimmer“. Er geht zu ihr. Sie kniet auf dem Boden, den Kopf gesenkt, das Halsband in beiden Händen auf den Knien. Er bleibt einen Augenblick stehen. Er lächelt, aber sie sieht es nicht, weil sie nicht aufzublicken wagt. Dann beugt er sich zu ihr herunter und nimmt das Halsband aus ihren Händen. Sie legt den Kopf ein wenig schräg und streicht ihre Haare zurück, damit er keine Probleme damit hat, es ihr anzulegen. Bevor er wieder aufsteht küsst er kurz ihren Nacken. Wissend streckt sie ihre Arme nach vorn und er legt ihr die Lederfesseln an – dann ist sie fertig. Fertig für ihn …
Er sieht sich um. Alles ist gut, alles ist zu seiner Zufriedenheit. Sein Blick fällt auf eine große, in diesem Raum etwas antiquiert wirkende, halbautomatische Sanduhr. Drei Stunden braucht der Sand für einen doppelten Durchlauf. Die Apparatur war sehr teuer und spielte in ihrem Spiel eine entscheidende Rolle, denn sie gibt die Zeit vor: ihre gemeinsame Zeit! Drei Stunden haben sie füreinander. Drei Stunden für die Ewigkeit. Drei Stunden, die ihr vorkommen wie ein Wimpernschlag. Drei Stunden, von denen er weiß, dass die Zeit nicht reicht, um sich zu verlieben!
Energisch setzt er das Stundenglas in Bewegung. Der Sand beginnt langsam von einer Kammer in die andere zu rieseln: das Spiel kann beginnen!

Er packt sie bei den Haaren, zieht sie hoch. Sie reagiert unwillkürlich – ein plötzlicher Schmerz – mit einem leichten Zischen. Dann sieht sie zum ersten mal an diesem Abend in sein Gesicht, möchte lächeln, aber der Schmerz in ihrem Haar verhindert das. Schnell zieht er eine Kette durch die Ösen der Lederfesseln und schiebt sie dann durch eine weitere Öse an der Wand, gut eineinhalb Meter über ihr. Er zieht die Kette nach unten durch, damit sie stramm sitzt – ihre Arme werden dabei nach oben gezogen. Sie spürt den Zug der Ketten an ihren Handgelenken, spürt, wie ihre Muskeln sich straffen und dehnen und fast augenblicklich werden ihre Brustwarzen hart. Sie stöhnt leise, atmet schnell und stosshaft aus.
Er fixiert sie in dieser Haltung, stellt sich direkt vor sie. Sie hebt den Kopf, sieht ihn an, der Blick leicht verschwommen. Ihr ganzer Körper beginnt zu zittern – sie möchte, dass er sie berührt, einfach nur anfasst, damit sie ihn spüren kann. Aber das macht er natürlich nicht. Stattdessen stellt er sich vor sie, so nah, dass sie seinen Atem auf ihrem Gesicht spüren kann, wenn er spricht:
„Na, wie ich sehe ist meine Kleine ja ganz artig gewesen was?“
„Ja.“
„Ja was?“ fragt er harsch.
„Ja Herr“ sagt sie gepresst
Er greift zu einer der Gerten, lässt sie ein paar Mal durch die Luft sausen, um ihren Zug zu testen. Das zischende Geräusch des Windes klingt in ihren Ohren. Mit der Lasche am Ende der Gerte hebt er ihr Kinn an. Sie sieht ihm direkt in die Augen, dann fragt er:
„Wem gehörst du?“
Ein Augenblick Stille, dann die Antwort:
„Dir, … dir ganz allein …“
Wieder Stille … dann fährt sie fort:
„… und es ist schön, dass du da bist.“
„Du geiles Miststück …“ flüstert er leise und ist ihrem Gesicht nun wieder ganz nah. Sie kann ihn riechen und sein Duft umnebelt ihren Verstand. „Du kleines geiles Miststück …“ sagt er noch einmal und mit jeder einzelnen Silbe dieses Satzes scheint sie tiefer im Meer seiner Worte zu versinken … und dann spürt sie so etwas, wie einen Rettungsanker, der sie in die Wirklichkeit zurückholt: Seine Zunge in ihrer Mundhöhle – doch diese Rettung ist nichts weiter, als ein Übergang: Von einem Schwebezustand zum anderen …

Sie liebt ihn, für alles, was er ihr gibt. Die Stunden voller Leidenschaft und Glück. Die Momente schillernder Glückseligkeit, in denen sich ihr Antlitz in seinen Augen spiegelt. Die Augenblicke erfüllter Sehnsucht, voll Schmerz, voll Befreiung, voll Lust. Immer dann, wenn er ihr ganz nahe ist.
Sie weiß, dass alles, was er ihr geben kann, viel zu wenig ist

„Ich habe dich vermisst!“ haucht sie leise. Ein scharfes Klatschen ist die Antwort und dann spürt sie, wie sich die Wärme auf ihrer rechten Wange ausbreitet – die Ohrfeige hat gesessen.
„Du kleines Miststück“ sagt er noch einmal streng, „als ob es hier und heute darauf ankommt, was du willst!“ Er ist tatsächlich ein wenig erzürnt und spielt ihr nichts vor. Das sind nicht die Worte, die er von ihr hören will. Er löst die Ketten und macht sie los.
„Runter!“ befiehlt er streng. „Nimm Haltung an!“
Sie gehorcht, geht auf alle Viere, senkt ihren Oberkörper und reckt ihm ihren Arsch entgegen. Eine Träne tritt ihr ins Auge und sie beginnt ein wenig zu zittern. Es fällt ihr schwer zu unterscheiden, ob es Lust, Furcht oder auch Angst vor Verlust ist. Aber sie spürt auch, dass ihre Feuchtigkeit bereits die Innenseiten ihrer Schenkel benetzt.
Er sieht den Plug in ihrem Arsch und für einen Augenblick umspielt ein Lächeln seine Lippen- aber für so etwas hat er jetzt keine Zeit. Er beugt sicher herunter und zieht ihn ihr langsam aus dem Arsch. Dann nimmt er ihn und hält ihn ihr direkt unter die Nase.
„Was ist das?“ fragt er.
„Aber ich wollte doch nur …“ stammelt sie.
„Du bist ein renitentes Miststück und ich werde dir deine Allüren austreiben. Als ob es darum ginge, was du willst – du weißt, dass es nicht so ist!“
„Ich lieb dich!“ haucht sie leise.
Dann hört sie das Pfeiffen der Luft und der erste Schlag der Peitsche trifft ihr Hinterteil. Beim zweiten stöhnt sie laut auf und beim dritten beginnt sie sich zu winden. Er ist unnachgiebig und sie spürt Streich auf Streich, spürt, wie die Peitschenhiebe sich – schlangengleich – um ihren Körper winden und ihr Hinterteil und ihre Schenkel langsam in ein pulsierendes Meer von Schmerz verwandeln. Und dann verschwindet dieser Schmerz plötzlich – vermischt sich mit etwas anderem und verschmilzt zu einem einzigen wogenden Ozean voll Wärme und Gefühl. Und dann … verliert sie den Boden unter ihren Füßen und beginnt langsam zu schweben.

Sie hasst ihn, für all das, was er ihr nicht geben kann: Geborgenheit, Nähe und Liebe. Jedes Versprechen ist ein Versprechen auf Zeit und damit gleichsam eine Lüge. Und alles was ihr bleibt, woran sie sich klammern kann wenn er nicht da ist, ist ihre Sehnsucht. Dieser kleine Rettungsring, der sie über Wasser hält in einem Meer der Leere und Einsamkeit, das er für sie bereithält.

Er öffnet seine Hose und lässt sich hinter ihr auf die Knie fallen. Sie nimmt es kaum wahr, spürt dann seine Zunge an ihrem Hals, ihrer Schulter, spürt seine Wärme und den Druck seines harten Schwanzes zwischen ihren nassen Schenkeln.
„Ich werd’s dir zeigen“ sagt er leise, während er von hinten in sie eindringt.
Nichts kann ihn noch halten, er nimmt sie … einfach so– und sie nimmt seinen Rhythmus auf – immer mehr gleichen sie sich an- verschwimmen und verschmelzen. Und für Sekunden sind sie eins und er hat das Gefühl vollends in ihrem Körper und ihren Gedanken zu sein. Und ihre Gedanken sind klar, sie fühlt sich angekommen und aufgehoben in dem Gefühl mit ihm eins zu sein. Dann zerreißt es sie, während er sich in sie ergießt!

Er nimmt sie, trägt sie zum Bett hinüber und legt sich neben sie. Seine Hand umfängt ihren Körper, schiebt sich unter ihren Kopf. Dann spürt er die Feuchtigkeit auf seinem Handrücken, schaut auf und hört ihr Schluchzen.
„Warum weinst du?“ fragt er.
Sie sagt kein Wort, deutet aber mit einem Nicken zu der Sanduhr hinüber. Seine Augen folgen Ihrer Geste und er erkennt, dass der Sand zum letzten Mal vollständig durchgelaufen ist. Das Spiel ist zu Ende, ihre Zeit ist um.
Er lässt sie los, steht auf und zieht sich an. Wortlos tut sie es ihm gleich und wischt ihre Tränen vom Gesicht. Er will etwas sagen, doch sie kommt ihm zuvor …
„Es ist vorbei!“ sagt sie bestimmt“
„Was meinst du damit“ fragt er ein wenig unsicher.
„Vorbei, das bedeutet: es ist aus. Wir werden uns nicht wieder sehen.“
„Aber das kannst du doch nicht …“
„Und ob ich das kann …“ unterbricht sie ihn harsch und ihre Traurigkeit schlägt allmählich in Wut um, „Du und diese völlig verquere Spielerei mit der Uhr. Deine verdammte selbstgefällige Art, in der nur deine Sicht etwas zählt, ich….“
„Aber du bist meine Sub …“ unterbricht er sie.
„Eben ! Und genau das reicht mir nicht mehr. Denn alles was zwischen uns passiert geht zu Lasten meiner Gefühle und meiner Selbstachtung. Und damit meine ich nicht das Spiel, sondern alles, was du davor und danach mit mir machst. Die Art und Weise, wie du mich behandelst: Als Gegenstand, über den du ein paar Stunden lang verfügst und den du dann jedes mal wegwirfst, wie ein benutztes Taschentuch! Und ich muss sehen wo ich bleibe – mit all meiner Traurigkeit, wenn du weg gehst, mit meiner Sehnsucht, wenn du so unerreichbar fern bist und mit meiner Liebe, die dir scheinbar nichts bedeutet und die du einfach nicht erwidern kannst oder willst!“
„Aber wir haben eine Vereinbarung. Du hast ihr zugestimmt – wir lieben uns – im Takt der Sanduhr … und …“
„Du und diese verdammte scheiß Sanduhr – es ist deine Scheiß-Vereinbarung, nicht meine. Ich wollte dich nicht verlieren! Verstehst du das nicht? Ich habe gehofft, dass die Dinge sich ändern, dass du mich erkennst und mich liebst, wenn wir uns nur öfter sehen … aber so war es nicht. Wir lieben uns nicht!!!“
Er schweigt und sieht sie an.
„Es endet: Es endet jetzt und hier!“
„Ich will nicht dass …“
„Es geht nicht mehr um das, was du willst.“ sagt sie bestimmt und mit Nachdruck.
Sie ist jetzt vollständig angezogen. Beherzt greift sie den Stuhl, der unter dem Fenster steht. Und ohne, dass er noch irgendwie hätte eingreifen können, packt sie den Stuhl an der Lehne und lässt ihn mit voller Wucht auf die Sanduhr niedersausen. Das Glas springt, zerplatzt zu tausenden von Scherben. Ein Knall, den beide nicht für möglich gehalten hätten, hallt durch das Zimmer. Der Sand sammelt sich zu einem kleinen Haufen auf dem Boden … dann ist Stille.
Sie sieht ihn an, wartet auf eine Reaktion. Aber er rührt sich nicht, starrt nur auf den Sandhaufen und die zerstörte Uhr.
Ohne ein Wort zu sagen verlässt sie die Wohnung.

Es dauert eine Weile, bis er wirklich begreift, was passiert ist. Sie ist fort und sie wird nicht wiederkommen – nie wieder! Er blickt auf den Boden. Vor dem kleinen Haufen Sand aus der Uhr, der dort liegt, sinkt er auf die Knie. Er greift hinein und sieht, wie der Sand durch seine Finger rinnt. Feiner Quarzsand, der nur an den Stellen ein wenig verklumpt, an denen er sich mit seinen Tränen mischt.

Manchmal rennt die Zeit einfach so dahin … in einem aberwitzigen Tempo … sie vergeht - so unendlich schnell… und häufig genug merken wir erst viel zu spät, wie wenig Zeit uns bleibt, um wirklich glücklich zu sein…

© Lustrousblack
15.1.06 22:26


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Die Entscheidung

"Between the horses of love and lust
We are trampled underfoot"
Paul Hewson (Bono)

?Warum sind die Dinge wie sie sind??
?Ich wei? es nicht?
?Warum bin ich bei dir??
?Weil du dich daf?r entschieden hast.?
?Ich liebe dich nicht!?
?Ich wei?!?
?... und ich werde dich verlassen!?
?Ja, schon morgen.?
?Und trotzdem h?ltst du mich in deinen Armen. Warum tust du das?
?Weil ich mich daf?r entschieden habe!?

Sie liegt vor ihm. Sie ist still. Ihr Schweigen ist gleichsam ein Pakt, ein Einvernehmen ... Ihre Arme sind an die Bettpfosten gefesselt. An ihren Fu?gelenken umschlie?en sie Ledermanschetten. Eine Spreizstange, die zus?tzlich an den Fu?enden fixiert ist l?sst ihr wenig Bewegungsspielraum. Sie ist offen! Offen f?r ihn! Sie sieht ihn an, ihr Mund halb ge?ffnet, die Augen weit aufgerissen. Sie hat ein wenig Angst ? weniger vor dem, was er tut, als vielmehr vor sich selbst: Vor ihrer eigenen Empfindung; vor dem Ozean an Gef?hl, der ihren K?rper zu ?berschwemmen droht. Sie versucht sich zu konzentrieren - auf ihn und auch auf ihren eigenen K?rper. Sie m?chte ihre Muskeln sp?ren, jeden einzelnen und sie merkt, dass ihr das immer schwerer f?llt. Ihr K?rper droht ihr zu entgleiten, droht zu einer geronnen Masse aus Gef?hl zu werden. Gestaltbar, ver?nderbar ? in seinen H?nden! Ist das eine Drohung oder ein Versprechen ... Sie schlie?t ihre Augen ...

Er kniet neben ihr. Er streift ?ber ihren K?rper ? nur mit seinen Augen. Er vermeidet es sie anzufassen. Er beobachtet sie, genie?t ihre Bewegungen, sieht wie sich ihr Brustkorb in langsamen, tiefen Atemz?gen hebt und wieder senkt. Er sieht das leicht nerv?se Zucken ihrer Lippen. Beobachtet, wie ab und an ihre Zunge ein wenig hervorschnellt. Sie vibriert mit ihren Kniekehlen, soweit die Fesselung das zul?sst. Er ist bei ihr, ganz nah und doch unerreichbar f?r sie. Er steht auf, geht zum Schrank und holt einen schwarzen Seidenschal. Er verbindet ihr die Augen und jetzt ... kann sie ihn nicht mal mehr sehen. Aber sie sp?rt das sanfte Auf und Ab der Matratze, jedes Mal, wenn er sich bewegt.

Manchmal schwimmt sie in einem Meer der Phantasien. L?sst sich treiben ... gleitet dahin, bis ein Strudel sie herunterrei?t. Und sie k?mpft ? mit aller Kraft; doch es ist vergeblich. Und alles, was sie will ist sich sp?ren, Widerstand ? K?rper! Doch da sind nur ihre Phantasien und irgendwann gibt sie auf. Wie Treibholz f?hlt sie sich angesp?lt an einem fremden Strand und sie wartet darauf ... gefunden zu werden...

Er hat sie gefunden. Zu einer Zeit, als sie schon gar nicht mehr damit gerechnet hatte. Anfangs hat er sie einfach nur angesehen, ihr lange in die Augen geschaut. Ohne Kalk?l. Er hat immer gesagt, dass er nicht auf der Suche sei. Doch in diesem Moment hat er ganz sicher etwas in ihren Augen gesucht. Etwas, dass ihm die Einl?sung all jener W?nsche versprach, die in ihm aufgestiegen waren, als er sie zum ersten Mal gesehen, als er ihr gegen?ber gestanden und ihren wundersch?nen K?rper bewundert hat. Er hat es in ihren Augen gesucht und er hat es nicht gefunden. Aber dann hat sie ihn in ihre Arme genommen, hat ihn umschlungen ? und die Antwort, die ihre Augen verweigert haben, hat ihm ihr K?rper in diesem Augenblick entgegengeschrieen.

Es ist dunkel um sie herum und sie will endlich sp?ren. All ihre Sinne ersetzen das tastende Suchen ihrer Augen. Sie h?rt aufmerksam auf seinen Atem und dann sp?rt sie die Klammern an ihren Brustwarzen. Es tut nicht einmal weh ? sie sp?rt so wenig. Sie ist beinahe traurig ? doch sie wei?, dass sich das ?ndern wird. Sie sp?rt seine Hand, die ihr ?ber den Bauch f?hrt und sie m?chte einfach nur schreien ?Fass mich an! Fass mich an! Herrgottnochmal ...? aber sie ist still und folgt mit ihren Gedanken den Bewegungen seiner Hand, um nur ja nichts zu verpassen.

Er l?st die Fesseln an der Stage, greift zu und zieht sie nach oben. Unwillk?rlich sind ihre Beine gezwungen dieser Bewegung zu folgen. Sie st?hnt leise, w?hrend er ihre Beine und einen Teil ihres Unterleibs nach oben schiebt. So weit, bis sich ihm beide ?ffnungen darbieten. Er h?lt inne, genie?t den Anblick Er ist versucht sie dort zu k?ssen. Stattdessen greift er aber nach dem Stahlplug, der neben ihm liegt. Er nimmt kein Gleitgel, sondern benutzt ihre nat?rliche Feuchtigkeit, weitet erst ein wenig mit dem Finger ihren Hintereingang, und l?sst das schimmernde Objekt dann langsam verschwinden.

?Warum machst du mich so geil??
?Weil ich deine Tr?ume erf?lle.?
?Aber ich wei? nicht mal genau, was meine Tr?ume sind. Am Ende gelangen wir an einen Punkt, den ich nie tr?umen konnte, weil ich ihn gar nicht gekannt habe ...?
?Ich begleite dich auf einer Reise ins Traumland, damit du frei sein kannst und an Orte gelangst die du noch gar nicht kennst.?
?Und warum tust du das??
?Weil es mich geil macht!?

Sie sp?rt das Gewicht in ihrem Hintern und das Gewicht seiner H?nde auf ihrem K?rper; den Druck seiner Finger, wenn er ihre Brustwarzen zwischen die Finger nimmt und langsam, genussvoll zwirbelt. Sie sp?rt das Bett, die Matratze, die vergeblich den Druck aufzufangen sucht. Sie sp?rt Stahl, Finger, H?rte und dann ? v?llig ?berraschend ? seine Zunge ....

Er l?st ihre Fesseln, nimmt ihr die Spreiztange ab und stellt sich in die Mitte des Raumes. Sie liegt auf dem Bett, schwer atmend aber still. ?Komm her!? sagt er bestimmt. ?Knie dich hin, die Stirn, Hand und Ellbogen auf den Boden!? Sie reagiert nur noch, hat l?ngst aufgeh?rt zu denken. Sie wei? das alles richtig ist. Sie folgt ihm. Sie tut was er sagt. Sie tr?gt keine Fesseln mehr und ist dennoch gebunden: gebunden an sein Wort. Und gebunden an die s??e Erwartung, die sein Wort verspricht. Sie h?rt seine Schritte, wagt aber nicht aufzusehen. Sie h?rt es Zischen und schluckt ihren Speichel herunter: ?Den Arsch h?her!?
Sie ist sein Spielzeug ? sie spielen ihr Spiel...

Er l?sst die Gerte auf ihren Arsch klatschen. Sie zuckt und st?hnt leise. Er schl?gt wieder zu und noch ein Mal. Weiter...! Intensiviert die H?rte seiner Schl?ge von mal zu mal. Ihr Hintern wird rot. Sie tr?gt nun sein Zeichen. Er streichelt sie und sp?rt die Hitze ihrer Backen als Resultat seiner Zielstrebigkeit. Und er sp?rt Hitze in seinem K?rper: sp?rt das Leben, das durch seine Adern zieht. Seine Gedanken sind bei ihm und doch ganz auf sie fixiert. Er sp?rt, wie sein Herz schl?gt, wie es das Blut durch seine Adern pumpt. Und er sp?rt, wie es die Lust, die der Anblick dieser Frau in ihm ausl?st, mit jeder Sekunde mehr und intensiver durch seinen K?rper jagt. Er achtet auf jede ihrer Bewegungen, auf jeden Atemzug.
Er ist ihr Spielzeug ? sie spielen ihr Spiel ...

?Was ist Liebe??
?Ich wei? es nicht, vielleicht ist Liebe nichts weiter als eine schwache Ahnung davon, das richtige zu tun?
?Und? Tun wir das richtige??
?Ich habe keine Ahnung!?

Sie atmet schwer, schluckt, ihr K?rper bebt, ist ganz von gl?nzenden Schwei?perlen bedeckt. Es gibt keinen klaren Gedanken mehr. Es gibt keine Welt mehr, kein Gestern und kein Morgen. Es gibt keinen Raum mehr der sie umgibt. Sie sp?rt ihren K?rper, sie sp?rt sich selbst. Sie sp?rt seine Ber?hrungen. Sie f?hlt sich, wie eine wei?e Taube, die er in seinen H?nden h?lt und dann ... l?sst er sie fliegen!

Er packt ihre Haare, zerrt sie zum Bett. Dr?ckt ihren Oberk?rper auf die Matratze und stellt sich hinter sie. Er dringt in sie ein, obwohl er schon l?ngst in ihr ist. Doch erst jetzt vollzieht sein K?rper das, was sein Geist l?ngst getan hat. Er nimmt sie ... st??t einfach zu. Er fickt ihre M?se, ihren K?rper, nimmt sie auf.
Dann kommt er, st?hnt laut, kr?mmt sich ?ber ihr, schl?gt mit seiner Stirn auf ihre Schulter. Er m?chte weinen aber es geht nicht. Nein! Das ist kein kleiner Tod, es ist eine Geburt, jedes Mal wieder aufs Neue. Jedes mal hat er das Gef?hl, wiedergeboren zu werden. Er ist ihr nicht dankbar, dieses Gef?hl kommt ? vielleicht ? sp?ter; denn dieser Moment geh?rt ihm ganz allein! Er hat sich entleert und f?hlt sich dennoch angef?llt ? von Kraft und Leidenschaft. Noch morgen wird er diese Nacht in seinen Muskeln sp?ren.
Wie viele Jahre hat er dieses Spiel gespielt in der Hoffnung vor sich selbst davonlaufen zu k?nnen? Und jetzt, wo er zum ersten Mal das Gef?hl hat angekommen zu sein, wei? er dass sie ihn verlassen wird, dass sie es ist, die davonlaufen wird. Die Erkenntnis kommt pl?tzlich, doch sie erf?llt ihn nicht mit Bitterkeit. Er hat es von Anfang an gewusst! Und er hat sich darauf eingelassen ... Und dennoch: in diesem Moment, mit seiner Stirn auf ihrer Schulter und seinem noch harten Schwanz in ihrer M?se, sp?rt er das feuchte Rinnsal auf seiner Wange und ihm wird klar, ... dass er doch weinen kann.

Sie liegt in seinen Armen. Sie f?hlt sich geborgen und sicher. Sie kuschelt sich an ihn, schmiegt sich an seinen K?rper, wie ein kleines K?tzchen. Sie reibt ihren Kopf an seiner Brust und dann schl?ft sie ein

Sie liegt in seinen Armen. Er h?lt sie umfangen. Er hat sie zur?ckgeholt. Sie ist jetzt bei ihm. In diesem Augenblick geh?rt sie ganz ihm. Er sp?rt ihren leisen Atem. Er taucht seine Nase in ihr Haar und atmet tief ein. Er will alle Sinne an ihr teilhaben lassen, bevor es zu sp?t ist. Er denkt an den kommenden Tag, vergr?bt seine Nase in ihrem Nacken und dann schl?ft er ein.

?Ich werde jetzt gehen!?
?Ja ? ich wei?
?Wir haben uns daf?r entschieden, damit diese Nacht nur uns geh?rt!?
?Ja ? und die Nacht ist vor?ber!?
?Und jetzt l?sst du mich gehen ? einfach so??
?Ja!?
?Warum tust du das??
Er antwortet nicht, wendet sich von ihr ab und geht zum Fenster. Eine Weile bleibt sie noch hinter ihm stehen. F?r den Bruchteil einer Sekunde ballen sich ihre F?uste ? dann geht sie.
Er steht am Fenster und sieht ihr nach, wie sie langsam die Strasse ?berquert. Er h?lt die Gardine in seiner linken Hand. Sie dreht sich nicht mehr um. Seine Gedanken sind bei ihr. Er kennt sie gut. Und langsam formt sich die Antwort, die er schon lange gekannt hat, die er aber einfach nicht f?hig war ihr zu geben: ?Weil ich dich liebe!?

(c) Lustrousblack
30.5.05 23:43


Wer

Wer hat deine Lust gesehen?
Wer hat dich getragen?
Wer will mit dir vorw?rts gehen
Ohne tausend Fragen?

Wer will gar nicht alles wissen?
Ein Geheimnis s?? bewahrt ...
Dr?ckt dich tief in Liebeskissen
Schl?gt dich, nimmt dich:
Zart und hart?

Wer hat deine Angst gesehen
Tief verborgen in der Nacht?
Wer erstickte deine Tr?nen
Wer hat deinen Schlaf bewacht?

Wer wird dir ein Netz ausbreiten
Wenn du f?llst, im Kreis dich drehst?
Wer wird deine Pferde reiten,
sch?umend, wild und ungez?hmt?

Wer wird an deiner Seite stehen
Wenn du einmal Hilfe brauchst?
Wird dir eine Antwort geben
Wenn du dich zu fragen traust?

Wer wird deine Liebe finden
Tief verborgen, schlummernd still?
Wer wird deine Sehnsucht binden?
Dir geben, was ich geben will?

(c) Lustrousblack
30.5.05 23:53


Spiegelbild

Jetzt sitzt sie da, mit einem fremden Mann, nur ein paar Tische entfernt und doch scheint es mir so, als w?rde uns unendlich viel voneinander trennen. Ein Irrtum, ich wei?! Ob ich sie vermisst habe? Ja! Nein! Wie kann ich das sagen? Ich wei? es nicht genau ... Sie ist immer noch eine Fremde f?r mich, sie wird es immer sein ? und doch ist sie mir so vertraut!
Es ist ein seltsames Gef?hl, sie wieder zu sehen. Erinnerungen verblassen nicht so schnell. Und an sie habe ich eine sehr klare Erinnerungen, auch wenn die Zeit, die wir gemeinsam hatten nur von kurzer Dauer war. Eine einzige Nacht! Eine einzige Nacht in der ich zum ersten Mal in meinem Leben in den Spiegel meiner Seele schauen durfte. Die Wahrheit trifft einen h?ufig in den Momenten, in denen man nicht damit rechnet. Ebenso wie bestimmte Menschen ...
Wir haben uns auf einer SM-Party kennen gelernt. Das erste, was ich von ihr sah war ihr Hintern und die Striemen, die sich darauf abzeichneten. Sie war ?ber einen Bock gelegt und an H?nden und F??en mit Lederfesseln fixiert. Sie hatte wenig Bewegungsspielraum. Der Mann hinter ihr benutze eine Gerte, um die Anzahl der Striemen zu erh?hen ? und um ihrer Kehle ein heiseres St?hnen zu entlocken. Ich ging um sie herum, kniete mich zwei Meter von ihr entfernt auf den Boden und starrte sie an. Der Kopf war gesenkt, der K?rper zuckte bei jedem Schlag. Sie st?hnte ? und irgendwann hob sie ihren Kopf und sah zu mir auf. Tr?nen liefen ihr ?ber das Gesicht und ihr Blick sagte ?Nein, dass bin ich nicht, das will ich nicht ? aber ich kann nicht anders!? Dann lies sie ihren Kopf wieder sinken und gab sich dem Spiel des fremden Mannes hin.

?Was denkst du??
Ich war in Gedanken und sah ?berrascht auf, als sie pl?tzlich neben mir sa? mit einem Glas Wein in der Hand und frischem Make-Up.
?Das ich hier falsch bin!? erwiderte ich lakonisch und warf ihr ein schelmisches L?cheln zu.
?Das denke ich auch manchmal? sagte sie nachdenklich.
?Du hast dich augenscheinlich ganz wohl gef?hlt!?
?Wie kannst du das beurteilen? Du kennst mich doch gar nicht!?
?Das stimmt!? ich machte eine kleine Pause, bevor ich fragte: ?Irre ich mich??
Sie wendete sich von mir ab, nippte an ihrem Wein und sah in den gro?en Spiegel der uns direkt gegen?ber lag. Ich tat es ihr gleich und dort, in diesem Spiegel trafen sich unsere Blicke zum zweiten mal. Ich kann nicht genau sagen, was in diesem Moment geschah. Sie nahm mich gefangen, von einem Augenblick auf den anderen. Es war unvern?nftig, das wusste ich, aber in diesem Moment wollte ich sie! Und niemanden sonst auf dieser Welt. Ich hob gerade an etwas zu sagen, als sie pl?tzlich aufstand, mich anl?chelte und mir ihre Karte gab. Dann wendete sie sich ab und verschwand in der Menge.

Ich habe sie angerufen. Das war keine gro?e Sache, sondern einfach nur logisch. Wir haben nicht viel geredet. Belangloses Zeug, bis sie gesagt hat: ?Ich will dich kennen lernen!? Ich habe ihr meine Adresse gegeben und sie hat aufgelegt.
25 Minuten sp?ter hat sie bei mir geklingelt:

Ich ?ffnete, ging aber gleich wieder ins Wohnzimmer zur?ck. Ich setzte mich auf die Couch, und wartete darauf, dass sie hereinkommen w?rde. Und dann stand sie vor mir, den Kopf gesenkt ? in einem langen Ledermantel. Sie blickte nicht auf, ?ffnet den Mantel und darunter trug sie nichts weiter, als halterlose Str?mpfe.
?Warum bist du hier?? frage ich sie
?Ich will dich kennen lernen? sagt sie leise, mit zitternder Stimme.
Ich stand auf und ging zu ihr. Ich trat bis auf einen Meter an sie heran, ber?hrte sie nur mit meinen Augen. Ihre Lippen zitterten. Ich ging um sie herum, sie sah nicht auf!
?Was soll ich mit dir anfangen??
Sie schwieg ...
Ich trat schnell an sie heran, griff ihr in die langen Haare und zog ihren Kopf in den Nacken. Jetzt war ich ihr ganz nah. Ich legte meine Hand auf ihren Hals und fl?sterte leise: ?Was tust du mit mir? Ich kenne dich nicht ... und ich will dich ... will dich...? Ich lies sie los und trat ein paar Schritte zur Seite. Die Gef?hle und die Lust, die mich ?berkamen verwirrten mich. Ich war nicht auf der Suche nach Abenteuern, ich wollte eine Beziehung, Liebe. Und ich hatte nichts weiter als Lust und sp?rte eine unglaubliche W?rme meine Adern durchziehen.
Sie kauerte am Boden, richtete sich kurz auf und legte ihren Mantel ab. Dann ging sie wieder auf die Knie, streckte ihre Arme weit nach vorn, schob ihre Beine ein wenig auseinander und hob ihren Arsch an, so hoch sie eben konnte.
?Schlag mich!? sagte sie leise aber bestimmt.
Ich kniete mich neben sie, hob mit den Fingern ihr Kinn ein wenig an und fragte: ?Warum sollte ich das tun??
?Weil es dich genauso geil macht wie mich!?
?Wie kannst du das beurteilen? Du kennst mich doch gar nicht!?
?Das stimmt!? sie l?chelte f?r einen Augenblick, bevor sie fragte: ?Irre ich mich??

Sie irrte sich nicht! Und ich hatte keine Lust mehr irgendwelchen Selbstzweifeln nachzuh?ngen. Ich kniete mich an ihre Seite, sie senkte wieder ihren Kopf und ich umklammerte mit meinem linken Arm einen Teil ihrer H?fte. Meine rechte Hand fuhr auf ihre Backen nieder ein ums andere mal. Sie fing an zu st?hnen. Ich sp?rte, wie Hitze in meine Handfl?chen schoss, mit jedem neuen Schlag.
Ich intensivierte die H?rte der Schl?ge. Sie st?hnte nun lauter und ihre H?fte begann sich zu winden. Vielleicht wollte sie sich mir entziehen, sich dem Schmerz hingeben, ihrer Lust ? ich wusste es nicht und ich wollte es auch gar nicht wissen. Ich wollte weitergehen, wollte sie jetzt wirklich kennen lernen. Wollte sie sp?ren, h?ren, riechen, schmecken. Ich packte sie und drehte sie schnell auf den R?cken. Mit einem Satz war ich ?ber ihr und presste ihre Arme auf das Parkett. Ihre Augen gl?nzten. Ich lies sie los, packte ihre Brustwarzen und drehte sie zwischen Daumen und Zeigefinger. Ihr Mund ?ffnete sich und sie benetzte mit ihrer Zunge die Lippen. Ich konnte nicht mehr anders, packte sie bei den Haaren und zog sie zu meinem Bett. Ich legte ihren Oberk?rper auf die Matratze und spreizte ihre Beine. Ich konnte sehen, wie ihre Spalte glitzerte und sich langsam lange F?den speichel?hnlich ihren Weg suchten. Ich entledigte mich rasch meiner Kleider, stellte mich hinter sie und nahm sie ? wild und ungest?m. Und in diesem Moment sp?rte ich sie mit all meinen Sinnen. Ich sp?rte jeden Muskel ihres K?rpers, kannte ihre Gef?hle, ihre Sehns?chte, ihre Lust, ja sogar ihre Gedanken. Eine fremde Frau. Getrieben wie ich, von Geilheit und Lust. ?Nein, dass bin ich nicht, das will ich nicht ? aber ich kann nicht anders!? zog es mir kurz durch den Sinn. Dann ? h?rten alle Gedanken auf ... Wir kamen im selben Augenblick, und als sie wenig sp?ter ersch?pft in meinen Armen lag k?sste ich ihre salzigen Tr?nen, die langsam ?ber ihre Wangen liefen.

?Ich werde jetzt gehen!?
?Ich m?chte dich wieder sehen!?
?Was f?r einen Sinn w?rde das haben?? sie war wieder v?llig gefasst und Herr ihrer selbst!
?Wir k?nnten einander ... wir k?nnten einander lieben!??
?Wir wissen beide nicht was Liebe ist!?
?Wir k?nnten es lernen. Der eine vom anderen, wir k?nnten ...?
?Sieh mich an! Sieh mir in die Augen und sag mir, was du siehst! Sag mir was du von Anfang an gesehen hast. Du bist genauso wie ich, wir k?nnen nichts voneinander lernen. Wir sind beide Getriebene. Im Rausch der Geilheit gefangen und aneinander gekettet. Und dann wieder auf der Suche, auf der Suche nach dem was wir nicht bekommen k?nnen!?
?Wie meinst du das??
?Was glaubst du was ich tue? Tags?ber sitze ich in meinem kleinen Kost?m im B?ro, die Haare streng nach hinten gek?mmt und gebe mich pflichtbewusst und aufopfernd dem Job hin, tagein tagaus. Ein Rhythmus, dem ich kaum entfliehen kann: Aufstehen, duschen, fr?hst?cken, arbeiten, einkaufen, irgendeinen Quatsch im Fernsehen anschauen, vielleicht noch ein gutes Buch lesen, telefonieren, schlafen ... und manchmal erf?lle ich mir den Wunsch, dem Alltag zu entfliehen, um zu sp?ren dass ich am Leben bin, um mich und das Leben selbst zu sp?ren. Dann trage ich hochhackige Schuhe, halterlose Str?mpfe, mache mich zu einem verruchten Engel und warte darauf, von einem Teufel geb?ndigt zu werden. Und meine M?se f?ngt an zu flie?en, wenn ich mir vorstelle von ihm, hilflos gefesselt, geschlagen und gev?gelt zu werden ...?
?...und??
?... und dann suche ich alles, was mich anmacht, erregt und mir wehtut, alles was mich dem?tigt und tief im Mark trifft. Es ist fast ein St?ck Zerst?rung, in dem neues w?chst. Ich ... ich wei? nicht ... ich will Wut, Angst Stress, Gl?ck, Freude, alles auf einmal sp?ren, will, dass sich der Geschmack von Adrenalin und Sperma in meinem Mund mischt, will K?rper, Schwei?, N?he ... aber...?
?... aber??
?Wir beide irren durch diese Welt in der Hoffnung, jemanden zu finden, jemanden der uns lieben und annehmen kann, so wie wir sind, ohne gro?e Fragen zu stellen, der alle Macken akzeptiert und unsere erotischen Phantasien erf?llt. Und wenn wir ihn treffen haben wir Angst vor ihm, weil wir Angst vor uns selbst haben.?
Ich schwieg ...
?Ich kann mich nicht verlieben ? ich w?rde alles verlieren!?
?Warum erz?hlst du mir das alles??
?Weil ich glaube, dass du der erste Mann bist in meinem Leben, der das wirklich versteht.?
Ich schwieg wieder. Vielleicht hatte sie Recht, Ich wusste es nicht genau. Mein Verstand weigerte sich das alles klaglos hinzunehmen, denn es war nicht das was ich wollte. Aber: Ich schwieg.

Dort dr?ben sitzt sie, die einzige Frau, der es gelungen ist meiner Seele einen Spiegel vorzuhalten. Dort dr?ben sitzt sie ? unerreichbar weit entfernt. Gefangen in einem Spiegelsaal, der sie die Welt nur als Abbild ihrer eigenen Sehnsucht und Suche zeigen l?sst. Und hier sitze ich: ? in meinem Spiegelsaal. Das Abbild der Welt umgibt mich. Es ist still und mich her. Ich h?re die Stimmen kaum noch. Ich f?hlte mich fehl am Platze auf jener Party aber ich wusste nicht warum. Jetzt sind die Dinge klarer: Es wird Zeit, dass ich all meinen Mut zusammennehme und die Spiegel einfach zertr?mmere ? allein ... ich wei? nicht wie!!!

(c) Lustrousblack

3.8.05 00:48


Das dunkle Zimmer

F?r C.

Ich nehme dich an und f?hre dich. Schritt f?r Schritt wagen wir uns weiter. Manchmal ist es dir zu schnell, manchmal zu langsam. Immer siehst du mich an deiner Seite. Ich sehe deine Zweifel, deine ?ngste, deine Fragen ? aber auch die Neugier und Lust in deinen Augen. Ich halte dich und fange dich wieder ein, wenn du davonlaufen willst.

?Ein Junge weint nicht!? Mit 16 Jahren ging es darum stark zu sein, cool und begehrt. Ich habe gelernt meine Gef?hle zu kontrollieren. Immer ein wenig distanziert, und im Kopf die sich st?ndig wiederholende Floskel: ?Was wollt ihr eigentlich? Ihr k?nnt mir gar nichts!?. Nach au?en wirkte ich hart und unnahbar. Irgendwann sonnte ich mich darin ?anders? zu sein. Zu dieser Zeit fand ich die Vorstellung noch sehr romantisch, immer unterwegs zu sein, mich nicht einfangen zu lassen: Als ?lonesome rider? durchs Leben zu gehen, bis ich merkte, wie einsam ich war.

Manchmal frage ich mich was du zul?sst und was du wirklich in mir siehst. Und dann liegst du in meinen Armen und ich wei?, dass diese Frage unwichtig ist. Wenn du dich mir hingibst, dann wei? ich, dass du bei mir bist. Dann verlieren alle anderen Fragen, ja selbst jeder leiseste Zweifel an Bedeutung. Ich habe das Gef?hl, alle Antworten in deinen Augen zu finden. Und so halte ich dich ... hebe dich empor und trage dich fort.

Viel sp?ter habe ich herausgefunden, dass ich tats?chlich anders bin. Das hatte nichts mehr mit den Vorstellungen eines Heranwachsenden zu tun, sondern mit Erfahrungen, die ich im Verlauf der Jahre gemacht habe. Heute wei? ich, wer ich bin. Ich wei? was ich kann und was nicht. Das Kreisen um den eigenen Mittelpunkt hat aufgeh?rt. Ich suche andere Fixpunkte. Meine Sicht der Welt soll immer wieder neu sein und das geht nur, wenn ich in die Welt hinaustrete. Ich habe aufgeh?rt davonzulaufen ? will ankommen. Ich habe dich nicht gesucht, ich habe dich gefunden. Ich gebe dir ein Zuhause: Richte dich ein wenn du willst. Ich halte den Regen ab und besch?tze dich. Und wenn du gehen willst, dann geh ? ich werde dich nicht halten.

Ich bin ganz nah bei dir. Manchmal schlage ich dich, manchmal sehe ich dich einfach nur an. Ich genie?e es zu sehen, wie du auf mich reagierst, wie sich dein Atem ver?ndert, wie du anf?ngst zu st?hnen, heftig an den Ketten ziehst. Wenn ich dich so sehe, dann wird alles ganz still um mich herum, alles wird klar, die Gedanken verdichten sich und es entsteht eine Art Tunnelblick. Und wenn es dann dunkel ist und ich das Licht am Ende des Tunnels sehe, dann wei? ich, dass du das bist!

Ich wollte nie in einer Fu?ballmannschaft spielen, nur weil alle anderen es taten. F?r viele meiner Freunde schien das Leben sehr einfach zu sein. Sie haben geheiratet und Kinder bekommen und leben jetzt in einem Einfamilienhaus. Ich habe gemerkt, dass mein Leben niemals so sein wird. Ich habe schon sehr fr?h gelernt, dass man f?r alles einen Preis zahlen mu?. Ich habe gek?mpft, gerungen, gesiegt, verloren und irgendwann gemerkt, dass ein Sieg nicht immer bedeutet, dass man auch gewonnen hat.

Vom ersten Moment an habe ich versucht, in die Abgr?nde deiner Sehnsucht zu blicken. Habe meine Finger in die Wunden gelegt. Dir lange in die Augen geschaut, auch wenn du meinem Blick ausgewichen bist. Ich warte darauf, dass du deine Masken fallen l?sst, eine nach der anderen und mir zeigst, wer du bist. Wenn es n?tig ist, rei?e ich mein Herz heraus, lege es in deine H?nde und warte darauf, dass du zudr?ckst. Aber dich einfach so davonkommen lassen, dass kann ich nicht mehr ...

Ich habe mit ?einfachen? Frauen noch nie etwas anfangen k?nnen. So sehr ich es mir auch gew?nscht habe ?normale? Beziehung zu f?hren: Von Anfang an waren sie zum Scheitern verurteilt. Wenn heute eine Beziehung scheitert, dann wei? ich, dass es das wert war. In dieser Hinsicht gehe ich keine Kompromisse mehr ein!

Zu jeder Zeit nehme ich jede Herausforderung von dir an und ich werde niemals einfach davonlaufen. Der Einsatz deines Spiels ist sehr hoch. Du willst gewinnen, wann immer das m?glich ist und merkst dabei nicht, das es manchmal um ganz andere Dinge geht. Ich sehe dich an, halte dein Gesicht fest und sage dir immer wieder: ?Wenn du gegen mich k?mpfst werden wir beide verlieren!? Und du fauchst mich an, senkst deinen Blick und sp?rst, dass ich (ausnahmsweise mal) recht habe.

Ich wei? nicht was Liebe ist. Mein ganzes Leben habe ich danach gesucht. Ich habe mich in Beziehungen gest?rzt, mich in immer intensivere k?rperliche und seelische Extremsituationen begeben. Immer auf der Suche nach mehr Intimit?t ? nach Antworten. Aber jede Antwort hat nur neue Fragen aufgeworfen und die ?Liebe? ist auf der Strecke geblieben. Ich wei? jetzt: es ist zu sp?t, um umzukehren. Viele Vorstellungen haben sich relativiert ? daf?r sp?re ich so intensiv, wie noch niemals in meinem Leben zuvor. Ich kontrolliere, entscheide und empfinde: Lust und Schmerz. Macht und Ohnmacht. Und die Liebe, die so gern als h?bsches und sanftes Gef?hl dargestellt wird, als ein Ort, an dem die Z?rtlichkeit regiert und Harmonie herrscht, ist zu einem Schlachtfeld geworden. Ja, ich habe gelernt zu k?mpfen und Auseinandersetzungen anzunehmen, egal wie hoch der Preis daf?r ist. Was einmal schwarzwei? war, hat sich in viel Grauschattierungen aufgef?chert. Ich f?hle mich endlich frei ? aber manchmal frage ich mich: was fange ich mit dieser Freiheit an?

Dein Platz ist an meiner Seite. Du wei?t das du dorthin geh?rst. Ich fordere dich. Nehme und gebe. Ich tanze mit dir auf dem Scheitelpunkt des Nichts. Ein stetiger Balanceakt. Ich gebe den Weg vor und balanciere uns ?ber das Hochseil. Du siehst mich an, springst und f?llst nach oben ? ich lasse dich fliegen und hole dich zur?ck, wenn es Zeit daf?r ist.

Das Ende der Reise ist nicht absehbar. Es gibt kein Ziel. Wir n?hern uns von Moment zu Moment ? alles andere ist bedeutungslos! Ich schlage dich und ich k?sse dich! Ich hasse dich und ich liebe dich! Mit dir wei? ich, dass ich all das endlich kann! Alles wird eins und immer wieder neu. Meine Freiheit ist kein Gef?ngnis mehr. Und ich bin da um dich voranzutreiben und dir die Angst zu nehmen. Niemandsland ? unsere Spielwiese ? die Welt die wir zusammen erschaffen. Und dort liegst du neben mir und fl?sterst leise in mein Ohr: ?Thank you for hearing me ... ?

Du warst mir v?llig unbekannt, als ich dir auf einem dunklen Flur zum ersten Mal begegnet bin. Jetzt kenne ich Dich. Ich wei?, dass ich dir all das geben kann, was du brauchst. Ich wei?, dass ich dir all das geben kann was du willst. Ich wei?, dass das alles vielleicht zu wenig f?r dich ist. Wer kann dich lieben?
Wenn wir nackt vor dem Spiegel stehen und ich deinen fragenden Blick auffange, dann wei? ich: ? was auch immer geschieht ? du schuldest mir nichts!

(c) Lustrousblack

3.8.05 00:40


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